Moin moin!
 
Ich bin Jana, Fotografin aus Hamburg
»Seit meiner Kindheit wusste ich, dass ich einmal Fotografin werden würde – schon damals konnte ich die Kamera kaum aus der Hand legen.«
Das ist eine schöne Geschichte. Aber nicht meine.
Was ich einmal werden wollte, wusste ich nie. Es gab keinen Schlüsselmoment, keine plötzliche Eingebung, keine Bestimmung von Kindesbeinen an. Dafür wusste ich ziemlich genau, was ich nicht wollte: im Mittelpunkt stehen.
Und das war eigentlich schon immer so.
Meine Schulzeit war geprägt von Vermeidungsstrategien, um im Unterricht möglichst wenig aufzufallen. Es gab für mich nichts Schlimmeres, als mich vor größeren Gruppen mitzuteilen. Auch außerhalb der Schule fühlte ich mich in Gruppensituationen unwohl. Es kostete mich viel Überwindung, neue Menschen kennenzulernen, und belanglosen Smalltalk empfand ich als kräftezehrend.
Stattdessen suchte ich mir Aktivitäten, für die ich nur mich selbst brauchte: Ich zeichnete und malte, vergrub mich in Büchern, lernte Japanisch, bastelte Webseiten und spielte Videospiele. Ich konnte mich stundenlang in Dinge vertiefen und hatte breit gefächerte Interessen. Häufig hatte ich dadurch das Gefühl, in vielem ein bisschen gut zu sein, aber nichts so richtig gut zu können. Auch die Fotografie war damals nur eine von vielen Ausdrucksformen, die ich ausprobierte.
 
Meine ersten fotografischen Experimente fielen in die frühen Nullerjahre, das goldene Zeitalter der digitalen Kompaktkameras.
Aus dieser Zeit gibt es unzählige Fotos von mir mit dämonisch roten Augen, fettig-glänzender Haut und harten Schlagschatten, die jede Pore meiner jugendlichen Unsicherheit bis ins kleinste Detail ausleuchten. Rückblickend war wohl auch die Vermeidung unvorteilhafter Bilder einer der Gründe, warum ich irgendwann mehr Interesse daran fand, selbst die Kamera in die Hand zu nehmen.
Ein prägender Faktor war sicherlich mein Vater.
Er arbeitete als Lichttechniker für Fernsehserien und Werbeproduktionen und das Gestalten von Szenen mit Licht und Schatten war sein täglich Brot. Ich erbte seine kompakten Digitalkameras, die Sony Cyber-shot DSC-P73 und DSC-S600, und machte auf Klassenfahrten, in den Ferien und vor der Haustür meine ersten verwackelten Gehversuche.
Meistens fotografierte ich in Schwarz-Weiß, weil es mir so leichter fiel, ansprechende Bilder hinzubekommen. Ich konnte mich stärker auf Kontraste und Formen konzentrieren und gleichzeitig schwierige Lichtverhältnisse oder grelle Farben kaschieren. Lange Zeit blieb die Fotografie aber nur eine von vielen Interessen, denen ich mal mehr und mal weniger nachging.
Ich begann erst 2010, mich ernsthafter mit der Fotografie zu beschäftigen.
Kurz vor meinem Austauschjahr in Japan kratzte ich meine Ersparnisse zusammen und kaufte mir meine erste "richtige" Kamera, eine Nikon D90 Spiegelreflexkamera. In Japan stieß ich das erste Mal auf Gleichgesinnte. Ein Jahr lang hielt ich gemeinsam mit anderen Austauschstudenten meine Erlebnisse fotografisch fest. Es verging kaum ein Tag, an dem wir nicht mit unseren Kameras unterwegs waren und uns über unsere Bilder austauschten.
Mit meiner Rückkehr nach Deutschland geriet die Fotografie einmal mehr ins Hintertreffen. Nach einem Jahr voller neuer Abenteuer fiel es mir schwer, in der Heimat spannende Motive zu finden. Am meisten fehlten mir die gemeinsamen fotografischen Streifzüge mit meinen Freunden, das Teilen von Momenten und die gegenseitige Inspiration.
Viele Jahre verstaubte meine Kamera die meiste Zeit im Schrank.
Wie es der Zufall wollte, war es erneut eine Reise nach Japan, die mich im Jahr 2023 zur Fotografie zurückbrachte.
Vor der Reise ersetzte ich meine alte Nikon D90 durch eine Sony Alpha 7 IV und entdeckte die Fotografie im Grunde wieder neu. Seitdem habe ich meine Fähigkeiten bei vielen Ausflügen in der Natur, auf Reisen, bei kleineren Aufträgen auf Familienfeiern und schließlich bei meiner ersten Großveranstaltung erweitert.
Nach und nach wuchs meine fotografische Ausrüstung – und mit ihr das Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung. Wahrscheinlich haben die vielen Jahre, in denen ich mehr beobachtet als gesprochen habe, meinen Blick für subtile Nuancen geschärft.
Das Fotografieren ist inzwischen ein fester Bestandteil meines Lebens und meine Kamera der perfekte Begleiter. Sie gibt mir einen Grund, irgendwo zu sein, entspannt mich, wenn die Welt zu laut wird und ermöglicht mir Begegnungen mit interessanten Menschen, die ich sonst vielleicht meiden würde.
 
Wenn dir mein Stil gefällt und du dir ehrliche Bilder wünschst, freue ich mich darauf, dich kennenzulernen.